Deutschland hebt Prognose für Stromverbrauch 2030 um mindestens 9% an

Energiewirtschaft
ENERGIEWIRTSCHAFT

BERLIN – Deutschland hat am Dienstag seine Prognose für den Stromverbrauch im Jahr 2030 um mindestens 9,3 % angehoben. Grund dafür sind die Einführung von Elektrofahrzeugen, strengere Klimaziele und der Ausstieg aus Öl oder Gas als Brennstoff.

Wirtschaftsminister Peter Altmaier sagte, dass die Nachfrage nach Strom im Jahr 2030 zwischen 645 und 665 Milliarden Kilowattstunden (TWh) liegen werde, gegenüber den Anfang 2020 prognostizierten 590 Milliarden Kilowattstunden.

Altmaier sagte, dass der höhere Stromverbrauch durch eine schnellere Verbreitung von Elektrofahrzeugen ausgelöst wird. Bis 2030 werden 14 Millionen Autos auf den Straßen erwartet, vorher waren es 10 Millionen.

Darüber hinaus würden etwa 6 Millionen Wärmepumpen in Gebäuden installiert, die ebenfalls mehr Strom benötigen würden.

Die Energieversorger fordern realistische Ziele für ihre Planungen. Frühere offizielle Prognosen seien zu niedrig angesetzt, da sie von höheren Erwartungen an die Energieeffizienz ausgingen.

Der Bundesverband der Energiewirtschaft (BDEW) geht von einem Verbrauch von 700 Milliarden Kilowattstunden im Jahr 2030 aus.

Die neue Regierungsprognose kommt vor einer detaillierteren Analyse, die im Herbst veröffentlicht wird.

Altmaier hob auch die Prognose für die Wasserstoffproduktion in Deutschland für 2030 auf 19 Mrd. kWh an, nachdem er zuvor von 14 Mrd. ausgegangen war.

Für den Transport von mehr erneuerbarem Strom und Wasserstoff sei es notwendig, die Strom- und Gasnetze zu erneuern und auszubauen, so der Verband kommunaler Unternehmen (VKU).

“Nur so können wir erneuerbare Energien aus dem ganzen Land aufnehmen und zuverlässig zum Kunden bringen”, hieß es.

Die Betreiber von Verteilnetzen und Gaspipelines benötigten mehr Anreize für Investitionen. Der Betrieb von Elektrolademöglichkeiten sei noch nicht rentabel.

Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) forderte, dass mehr Flächen für den Bau von Wind- und Solaranlagen zur Verfügung gestellt und schneller genehmigt werden müssten.

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