Internet-of-Things: Smarte Lösungen für iMSys-Rollout und Smart-City-Anwendungen

Die co.met GmbH bietet ursprünglich Dienstleistung im klassischen und intelligenten Messwesen an und ist ein Tochterunternehmen der Stadtwerke Saarbrücken GmbH.

Doch für das Jahr 2019 hat das Unternehmen seine Produktpalette erweitert und bietet sich jetzt auch als Dienstleister für Smart-City Anwendungen an. Diese Anwendungen basieren dabei auf den Technologien des Internet-of-Things (IoT). Die co.met GmbH soll die saarländische Hauptstadt zu einer Smart City umwandeln. Der Geschäftsführer der co.met Thomas Hemmer bekräftigte hierzu, dass das Unternehmen mittlerweile über viele Erfahrungen in diesem Bereich verfüge und diese an die kommunalen Partner weitergeben wolle.

Das Unternehmen betreibt 240 000 Messstellen und ist als Messdienstleister für den Netzbereich der Landeshauptstadt des Saarlands zuständig. Zusätzlich ist die co.met GmbH auch für weitere 450 Energieversorger, Rechenzentren, Industrieunternehmen und auch Stadt- und Gemeindewerke überall in Deutschland tätig. Das Unternehmen erbringt insgesamt Dienstleistungen von 4,5 Millionen Zählpunkten im gesamten Bereich der Erfassung des Verbrauchs von Wasser und Energie. Für das intelligente Messwesen hat die co.met GmbH ein eigenes Netzwerk erstellt, welches als “smart energy network” bezeichnet wird. Dieses wirkt unterstützend bei allen wichtigen Prozessen. Darüber hinaus fungiert die co.met auch als Administrator für Smart-Meter-Gateway.

Auch nach dem Rollout von iMSys geht es weiter mit der Digitalisierung

Für die co.met GmbH sind ihre neuesten Errungenschaften aus dem Sektor des IoT bei der Umsetzung des Gesetzes zur Digitalisierung der Energiewende (GDEW) eigentlich nur die Kirsche obendrauf. Denn auch nach dem Rollout der intelligenten Messsysteme (iMSys) geht es mit der Digitalisierung bei den Energieversorgern immer noch weiter. Peter Backes, der Sprecher der Geschäftsführung der co.met GmbH meinte, dass insbesondere die Verfügbarkeit und die Marktreife der IoT-Technik Konsequenzen auch für den Versorger hat. So würden die Technologien sowohl für die Chance als auch die Notwendigkeit sorgen, eine aktive Rolle spielen zu müssen, wenn Smart Citys aufgebaut werden. So sei die Vereinigung der beiden Digitalisierungsströme ebenso eine zukünftige Aufgabe für die kommunalen Unternehmen, wie die Entwicklung von intelligenten, nutzbringenden Geschäftsmodellen auf der Grundlage von neuen Technologien.

Insbesondere die Bestrebungen der Landeshauptstadt Saarbrücken zu einer Smart City zu werden, haben dazu geführt, dass die co.met jetzt ihre eigenen IoT-Technologien entwickelte. Das Unternehmen hat schon reichlich Erfahrung in der Digitalisierung, aufgrund seiner Aktivitäten im Bereich des Smart-Metering. Aus diesem Grund wurde die co.met mit der Aufgabe betraut, eine Smart City aus Saarbrücken zu machen.
Das Unternehmen hatte aber früher schon einmal selbst IoT-Anwendungen ausprobiert, um damit für eine Optimierung seiner Vorgänge im Netzbetrieb und Messwesen zu sorgen. Mittlerweile hat die co.met einen großen Erfahrungsschatz im Bereich des IoT. Neben dem Aufbau von unterschiedlichen Anwendungen hat das Unternehmen beispielsweise ein flächendeckendes LoRaWAN-Funknetz für ganz Saarbrücken etabliert. Zusätzlich hat der Dienstleister auch eine Füllstandkontrolle für die Altkleider-Container und eine Überwachung von Transformatorstationen eingeführt. Außerdem wurde das Spektrum der realisierten Anwendungen auf das Submetering, die Überwachung der Luftqualität und das Auslesen von schlecht zugänglichen Zählern erweitert.

Teilen des Wissens mit den kommunalen Partnern

Die Nachfrage im Bereich der Anwendungen für Smart Citys nimmt immer mehr zu. Viele Versorger sehen darin ein wachsendes Aufgabenfeld, dass auch abseits des unter Kostendruck leidenden Kerngeschäfts weitere finanzielle Möglichkeiten offeriert. Aber insbesondere kleinere und auch mittelgroße Unternehmen im Versorgungssektor haben den Wunsch nach Unterstützung bei Projekten im Bereich des IoT geäußert. Aus diesem Grund wolle das Unternehmen sein Know-how an seine kommunalen Partner weitergeben, meinte Thomas Hemmer.

Auch bei den Verantwortlichen der co.met trafen diese Wünsche sofort ins Schwarze. So könne man als Enabler und auch Berater sein Wissen in diesem Bereich weiter vertiefen und auch vermarkten, stellte Hemmer weiterhin fest. Aus diesem Grund wurde das Workshop-Konzept der co.met im Bereich des Smart Metering ausgebaut und um mehrere beratende Angebote mit dem Mittelpunkt der IoT-Anwendungen erweitert.

So wurde ein Workshop mit drei unterschiedlichen Einheiten entwickelt, bei welchem die technischen Grundlagen vorgestellt werden. Der Workshop beinhaltet unter anderem auch einen Teil, der sich nur dem LoRaWAN und seiner Funktechnologie widmet. Zusätzlich führte das Unternehmen einen Design Thinking Workshop mit seinen Kunden durch. So sollte sichergestellt werden, dass beispielsweise Stadtwerke und Kommunen optimal unterstützt werden können. Aus dem Workshop sollten sich neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit ergeben, sodass die Stadtwerke gemeinsam mit der co.met GmbH ihre ganz persönlichen IoT-Visionen etablieren können. Zudem wurde noch ein Kunden- und Partner-Workshop durchgeführt, in welchem die verschiedenen potenziellen Anwendungen festgestellt und anschließend erörtert wurden. Dabei ging es beispielsweise um Anwendungen aus dem Bereich der Ableseoptimierung, der Überwachung des Verkehrsraumes oder von Falschparkern oder auch um E-Mobility-Services. Thomas Hemmer verkündete zudem, dass neue Leistungen und ein noch breiteres Beratungsangebot auf E-World 2019 vorgestellt werden würde.

Kundenselbstablesung wird durch die Funktechnologie ergänzt

Die Kundenselbstablesung ist ein gutes Beispiel dafür, wie die Digitalisierung zu einer Vereinfachung von Prozessen führen kann und auch verschiedene Tätigkeitsbereiche miteinander verbindet. So hat der Dienstleister ein Paket zu Messdienstleistungen entwickelt, welches co.read heißt. Dieses Paket soll die Kundenselbstablesung in Stadtwerken unterstützen. Der Produktstandard umfasste bislang abgesehen von der normalen Ablesekarte die digitalen Rücklaufkanäle, beispielsweise Anschreiben von Kunden per SMS, Mail oder auch WhatsApp. Aber auch die Rückmeldewege der Kunden über Fax, QR-Codes oder auch Online-Portale waren in den Standard inkludiert.
In der vierten Version der Ablese App co.read ist unter anderem die klassische Sichtablesung und auch die Infrarot-Opto-Koppler Ablesung integriert. Zusätzlich unterstützt die App auch die Auslesung mittels Walk-by oder Drive-by bei solchen Zählern, die über die entsprechende Funktechnik verfügen. Außerdem kann die 4.0 App auch Daten aus den LoRaWAN-Systemen verarbeiten und LoRaWAN-Zähler und Sensoren auslesen. Nach Backes liegt der Vorteil dieses Systems insbesondere darin, dass die Versorger weiterhin alle marktüblichen Möglichkeiten der Messwertbeschaffung für ihr Abrechnungssystem nutzen können. Dafür sei weiterhin nur eine Schnittstelle nötig, wofür auch keine großartige Veränderung der bisher genutzten Systeme und Prozesse nötig sei.

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