In einem gemeinsamen Projekt untersuchen die Hochschule Osnabrück und Reederei Norden-Frisia, wie Elektrofahrzeuge auf dem Parkplatz der Reederei den Strom der auf dem Gelände installierten Photovoltaik-Anlage für die erste vollelektrische Fähre auf der Nordsee zur Verfügung stellen können.
Die bi-direktionale Integration von Elektrofahrzeugen in den Betrieb einer Fähre ist das Ziel des Projekts „BIDI-EL“ der Hochschule Osnabrück und Reederei Norden-Frisia. Die Reederei betreibt seit März 2025 zwischen Norddeich Mole und der Insel Norderney die erste vollelektrische Personenfähre in der deutschen Nordsee. Die Energieversorgung der „Frisia E-1“ soll künftig ein Vehicle-to-Grid-System (V2G) verbessern: Die Elektrofahrzeuge auf dem Parkplatz der Reederei sollen über die auf dem Gelände installierte Photovoltaik-Anlage geladen werden, und nach Anlegen der Fähre soll der Strom aus den Fahrzeugbatterien und der Solaranlage in das Ladesystem der Fähre fließen.
Bisher wird die Fähre über eine 1,7-Megawatt-Solaranlage und stationäre Batteriespeicher versorgt. Nun plant die Reederei die Erweiterung der Photovoltaik-Anlage und die Integration der E-Autos in das System. Diese Integration hat aus Sicht der Projektpartner mehrere Vorteile: „Durch die Nutzung von Fahrzeugen als dezentrale Energiespeicher wird der Anteil regenerativer Energie maximiert, das Netz entlastet und die Fahrzeugbatterie in einem ‚Wellness-Betrieb‘ gehalten“, sagt Hans-Jürgen Pfisterer von der Hochschule Osnabrück, der zusammen mit Kai-Michael Griese das Projekt wissenschaftlich leitet. Pfisterer bringt seine Expertise in resilienten elektrischen Energieversorgungssystemen und Elektromobilität ein, Griese verantwortet die betriebswirtschaftliche Perspektive mit Fokus auf Nachhaltigkeitsmanagement, klimaangepasste Geschäftsmodelle und Kreislaufwirtschaft.
Diese intelligente Verknüpfung von Elektromobilität und Energieversorgung ist laut Mitteilung der Hochschule Osnabrück auch für andere Häfen interessant, denn alle Fährverbindungen zu den ostfriesischen Inseln sollen schrittweise von fossilen Energieträgern befreit werden. Das Projekt wird von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) gefördert und läuft bis Januar 2027.