Wissenschaftlicher Durchbruch bei der Fusionsenergie in den USA

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ENERGIEWIRTSCHAFT

Nach Angaben zweier mit der Situation vertrauter Quellen wird das Energieministerium der Vereinigten Staaten (DOE) am Dienstag bekannt geben, dass Wissenschaftlern in einem nationalen Labor ein Durchbruch beim Thema Fusionsenergie gelungen ist. Fusionsenergie ist der Prozess, der die Sonne und die Sterne antreibt und der eines Tages eine billige Stromquelle darstellen könnte. Die Wissenschaftler des Lawrence Livermore National Laboratory in Kalifornien waren in der Lage, ein Fusionsexperiment mit Hilfe von Lasern durchzuführen, das zum ersten Mal zu einem Nettoenergiegewinn führte. Die Financial Times war die erste Publikation, die über den Versuch berichtete.

Damit eine Fusion stattfinden kann, müssen die Kerne zweier Atome zunächst auf eine extreme Temperatur von mindestens 100 Millionen Grad Celsius (180 Millionen Grad Fahrenheit) erhitzt werden. Dadurch verschmelzen die Kerne zu einem einzigen, viel größeren Atom, was wiederum eine enorme Energiemenge freisetzt. Der Prozess verbraucht jedoch eine enorme Menge an Energie, und die Herausforderung besteht darin, herauszufinden, wie man ihn so gestalten kann, dass er sich selbst aufrechterhalten kann, dass er mehr Energie erzeugt, als er aufnimmt, und dass er dies auf eine Art und Weise tut, die beständig ist und nicht nur sporadisch oder intermittierend.

Die Kernfusion hätte noch weitere Vorteile, darunter die Bereitstellung von im Wesentlichen kohlenstofffreiem Strom, der zur Bekämpfung des Klimawandels beitragen könnte, ohne die Mengen an radioaktivem Atommüll, die die heutigen Kernspaltungsreaktoren produzieren. Nach Ansicht der Befürworter könnte dies in einem Jahrzehnt oder mehr der Fall sein. Die Nutzung der Kernfusion zur Stromerzeugung birgt jedoch eine Reihe von Herausforderungen, z. B. die Frage, wie man die Wärme kostengünstig handhaben kann und wie man sicherstellt, dass die Laser weiterhin regelmäßig feuern. Einige Forscher setzen bei der Erzeugung von Fusionsenergie Magnete und nicht Laser ein.

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Am Dienstag um 10:00 Uhr Eastern Standard Time (15:00 Uhr GMT) wird Energieministerin Jennifer Granholm eine Pressekonferenz zu einer “bedeutenden wissenschaftlichen Entdeckung” abhalten. Einem Vertreter des Ministeriums zufolge gibt es derzeit keine Informationen, die vor dem Briefing weitergegeben werden können. Viele wohlhabende Einzelpersonen und Firmen, wie Bill Gates, Jeff Bezos und John Doerr, haben sich finanziell an Unternehmen beteiligt, die sich mit der Fusion beschäftigen. Nach Angaben der Fusion Industry Association hat der Privatsektor im Jahr 2018 mehr als 2,8 Mrd. USD für die Fusionsforschung und -entwicklung aufgebracht, womit sich der Gesamtbetrag, der in den letzten Jahren für die Fusionsforschung und -entwicklung aufgebracht wurde, auf etwa 5 Mrd. USD beläuft.

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